Warum muss Bogenholz trocken sein?

Warum muss Bogenholz trocken sein?

Bogenbauer Samuel Röck

Bogenbau in der Kindheit

Oft schon haben mir Menschen, von ihren ersten Bogenerfahrungen im Kindesalter erzählt: "Als ich klein war, habe ich Bögen aus frischen Haselnussästen gebaut. Ein Ast war gleich abgeschnitten und mit einer Schnur versehen. Et voilá- fertig war der Bogen." Und in der Tat, so war es auch bei mir. Aber egal, wie dick oder stark der Ast war, das Ergebnis war immer das Selbe: der Bogen verformte sich, verlor an Spannung und warf die Pfeile mehr schlecht als recht.

Woran liegt das?

Bogenholz muss trocken sein

Eine wichtige Eigenschaft von Bogenholz ist, dass es trocken sein muss. Feuchtes oder gar nasses Holz verformt sich plastisch, es bleibt gebogen. Jegliche Vorspannung der Sehne im Bogen geht verloren. Trockenes Holz hingegen bietet der Krafteinwirkung der Sehne viel mehr Widerstand. Es lässt sich elastisch verformen und bekommt im Idealfall nur eine minimal bleibende Verformung.

 

Die Feuchtigkeit des Holzes lässt sich mit einem Holzfeuchtemessgerät ermitteln. Holz zum Bogenbauen sollte zwischen 9% und 12% Holzfeuchte haben. Wenn das Holz feuchter ist, verliert es beim Biegen Spannung und verformt sich mit der Belastung. Zu trockenes Holz wird sehr spröde. Holzbögen, welche zu trocken sind können gar zersplittern.


Wann ist mein Bogenholz trocken genug?

Alles rund um Holzfeuchtigkeit

Da die meisten Menschen ja nun kein Gerät zur Messung der Feuchtigkeit im Holz haben, braucht es eine gleichwertige Alternative. Und die gibt es: Du hast ein Stück Bogenholz und weißt nicht ob es schon trocken ist? Wiege das Stück Holz mit einer Küchenwaage und notiere dir das Gewicht (zum Beispiel 3.452 g). Dann nimm das Holz mit in deine Wohnung. Lege das Holz nun waagrecht unters Bett oder auf den Kleiderschrank. Es sollte dabei nicht über Heizungsquellen (Ofen, Heizkörper, Fußbodenheizung) gelagert werden. Das Problem dabei wäre, dass das Holz so zu trocken wird und du einen zersplitterten Bogen produzierst.

 

Sobald du einen geeigneten Platz gefunden hast, misst du in Abständen von einigen Tagen das Gewicht und beobachtest dabei die Veränderung. Sobald das Gewicht des Rohlings konstant bleibt hat es die gewünschte Feuchtigkeit von 9% - 12% erreicht und du kannst daraus einen Bogen bauen.

 

Die waagrechte Lagerung ist wichtig, weil im Wohnraum in Bodennähe natürlich kühlere Temperaturen herrschen als in Deckennähe. Senkrecht gelagert wird dein Holz am Boden feuchter bleiben als oben. So erhältst du ungleichmäßig trockenes Holz. Auch so entsteht kein wirklich guter Bogen.

Bogenrohlinge Samuel Röck

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Bogenschießen Südtirol Samuel Röck

Bogenbauer Samuel Röck

Sterzing - Südtirol

Ich bin leidenschaftlicher Bogenschütze und Bogenbauer seit zehn Jahren. Außerdem bin ich Vater einer vierjährigen Tochter. Seit 2009 begleite ich Begeisterte beim Bauen ihres eigenen Bogens im Rahmen von Wochenendseminaren in Österreich und Südtirol. Immer wieder aufs Neue, fasziniert mich der Zauber der entstehenden Bögen und das Leuchten in den Augen der Teilnehmer, welches daraus resultiert.



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